Liebe, Logik und Linguistik
Eine philosophische Vortragsreihe von und mit Andreas Thiel
Andreas Thiel ist der Punk unter den Philosophen. Befreit von akademischen Glaubenssätzen der Moderne betreten wir mit ihm die Ruinen jahrtausendealter Literatur. Mit seinem erstaunlichen Talent, Bücher zum Leben zu erwecken, durchflutet er die prachtvollen antiken Tempel der Erkenntnis mit neuem Licht.
1. Genesis – Ein göttlicher Prolog zur Menschheitsgeschichte
Was ist der Mensch? Diese Frage treibt Philosophen der Neuzeit in den Wahnsinn. Demgegenüber erschöpft sich die Philosophie der Antike nicht in der Frage, sondern sie findet Antworten. Eine der verblüffendsten Schriften, die schon von den alten Griechen reflektiert wurde, ist der Prolog zum Alten Testament, die «Genesis». Darin erhält der Mensch einen göttlichen Auftrag: „Macht euch die Erde untertan.“ Dieser Satz ist der Schlüssel zum Verständnis der Menschheitsgeschichte. Eine linguistische Analyse des Schöpfungsberichts stellt diesen Satz allerdings auf den Kopf.
2. Exodus – Die Freiheit in 10 Gebote gemeisselt
Fichte verwechselte Freiheit mit Willkür. Dabei hatte bereits Rousseau erkannt, dass Freiheit mit Gesetzen zu tun hat. Auf welchen Gesetzen die Freiheit beruht, blieb jedoch auch ihm verschlossen. Der Schlüssel liegt im zweiten Buch Mose. Mit seiner dramenanalytischen Betrachtung des «Exodus» entfacht Thiel ein philosophisches Feuerwerk epischen Ausmasses über Gott, den Staat und die Freiheit. Stürzen Sie sich mit Andreas Thiel in ein Denkabenteuer mit spektakulärem Ausgang.
3. Recht und Gerechtigkeit – Der Unterschied macht das Desaster
Was passiert, wenn man Gesetz und Moral verwechselt? Ein so erheiterndes wie erschreckendes Gedankenspiel mit Religionen und Rechtssystemen.
4. Best of Luzifer – Die Literaturklassiker des Bösen
Ideologien wie Sozialismus, Nationalsozialismus, Klimasozialismus oder Gesundheitssozialismus folgen dem ewig gleichen Muster, denn das Böse hat System. Eine linguistische Analyse der bekanntesten Werke aus dem Giftschrank der Weltliteratur. Man erkennt das Tier an seinem Gange.
5. Hans im Glück – Die verborgenen Schätze der Literatur
Die Literatur ist die gewaltigste aller Künste. Sie besteht ja ganz offensichtlich aus weit mehr als einfach nur Schrift oder Text. Literatur nutzt die Bildsprache zur Verschlüsselung höherer Inhalte. Echte Literatur vermittelt dem Leser Erkenntnisse, ohne dass er versteht, was er erkennt und dass er erkennt. Andreas Thiel bietet einen eindrücklichen Anschauungsunterricht über die phantastische Verschlüsselungstechnik der Literatur anhand des Märchens „Hans im Glück“.
6. Was ist Kunst? – Die innere Erhabenheit
Die Weisheit wurde in der Antike von der Philosophie erkannt, von der Mathematik geprüft und durch die Kunst vermittelt. Heute, da die Philosophie mangels Weisheit die Sinnfrage nicht mehr beantworten kann und die Wissenschaft mangels mathematischen Verständnisses nur noch auf Statistik beruht, bleibt auch die Kunst inhaltsleer. Eine Rückbesinnung auf das Schöne, das Gute und das Wahre.
7. Schule des Grauens – Wo Kinder das Denken verlernen
Pädagogik ist eine Kunst und keine Wissenschaft. Die Akademisierung der Pädagogik ist die Rache der Unbegabten. Seit unser Bildungswesen akademisiert wurde, können pädagogisch Begabte nicht einmal mehr Lehrer werden.
8. Bhagavad Gita – Der Gesang des Erhabenen
Unter den altindischen Schriften ist die Bhagavad Gita die wichtigste und umfassendste Abhandlung über die Philosophie der Gewaltlosigkeit. Und sie ruft zum kriegerischen Kampf auf. Wie kann das sein? Berücksichtigt man die kunstvolle literarische Einbettung dieser 700 Verse in das über 100’000 Verse umfassende Sanskritepos Maha Bharata, erhält man erstaunlich konkrete und erbauliche Antworten auf die Frage, wer wann, wie, unter welchen Umständen und mit welchen Mitteln zum kriegerischen Kampf verpflichtet ist und wer sich wann und aus welchen Gründen neutral oder passiv verhalten darf oder muss.
9. Liebe, Lust und Logik – Platons vermisste Schlusspointe
Wie Sokrates in Platons «Gastmahl» die Sophisten an die Wand redet und unter den Tisch säuft, und die Überlieferung dabei das wichtigste unterschlägt.
10. Krieg und Frieden – Platons Höhlengleichnis
Platons umfassendes Standardwerk über Politik, Staat und Gesellschaft «Politeia» liest sich wie ein aktueller Hintergrundbericht zum heutigen Zeitgeschehen. Fast scheint es, als habe Sokrates unsere Politiker alle persönlich gekannt. Betrachtet man das Werk überdies von einem geistigen Standpunkt aus – denn einen solchen vertritt Platons Lehrer Sokrates in den darin enthaltenen Gesprächen – erklärt es gleich die ganze Welt.
11. Platon – Gerechtigkeit, Weisheit, Besonnenheit und Tapferkeit
In diesem Vortrag über die „vier Platonischen Tugenden“ beleuchtet Andreas Thiel den Unterschied zwischen Kenntnis und Erkenntnis. Er erklärt, warum die antiken Griechen wussten, dass die Erde rund ist, und weshalb wir das heute nur noch glauben. Aus dem gleichen Grund wussten die alten Griechen auch, dass das Leben nach dem Tod weitergeht, während wir auch das höchstens noch glauben. Hingegen wären die logisch denkenden Griechen auf einige Dogmen unserer Zeit wohl nicht so schnell hereingefallen. Denn Weisheit kommt nicht von Wissen, sondern von Verstehen.
12. Wissenschaft und Technik – Geist und Materie
Durch die Trennung von Religion und Wissenschaft trennte Thomas von Aquin nicht nur den Geist von der Materie, sondern auch die Vernunft von der Technik. Damit entzog er einerseits die Kirche der naturwissenschaftlichen Kritik und entband andererseits die Naturwissenschaften von der Moral. Unfreiwillig begründete er dadurch unseren modernen, naturwissenschaftlichen Materialismus.
13. Die Philosophie ist tot – Es lebe die Philosophie
Jahrhundertelang verfolgte die Kirche Platoniker, Sokratiker und Pythagoreer und führte die Philosophie vom Licht der Erkenntnis in die Dunkelheit der Mystik. Auf den verwaisten Schild der griechischen Antike hob die Kirche den geistigen Zwerg Aristoteles, dessen weltliche Betrachtungen der Kirche nicht in die Quere kamen. Damit wurde die Philosophie der Neuzeit zur Erbin des geistigen Nichts. Oder, um es in ihrer eigenen, narkotisierenden Fachsprache auszudrücken: Die moderne Philosophie verharrt im geseinten Nichts ihres Seins. Andreas Thiel zieht eine Schadensbilanz der aristotelischen Philosophie von Descartes bis Sartre und besinnt sich zurück auf die geistigen Grössen Pythagoras, Sokrates und Platon.
14. Anarchie – Wer frei ist, ist selber schuld
Was unterscheidet die Demokratie von der Anarchie? Was ist ein Rechtsstaat? Eine erhellende Übersicht über alle Staatsformen, eine überraschende Einordnung der Demokratie und eine erschreckende Erkenntnis, was unsere eigene anbelangt. Es ist alles noch viel verrückter, als wir bisher dachten.
15. Selbstbeherrschung 1 – Triebe, Ängste & Emotionen
Unsere Triebe, Ängste und Emotionen reagieren auf Sinneseindrücke. Wer sich selbst beherrschen will, muss Herr seiner Sinne werden. Wer sich nicht selbst beherrscht, ist unbeherrscht und dadurch leicht fremd zu beherrschen.
16. Selbstbeherrschung 2 – Das Bewusstsein
Gedanken sind wie Vögel in der Luft. Ein klares Bewusstsein bedeutet nicht die Beherrschung der Vögel, sondern die Beherrschung der Luft, durch welche die Vögel gleiten. Der Weg dazu führt über die Meditation. Was ist Meditation und wie meditiert man richtig?
17. Selbstbeherrschung 3 – Das Unterbewusstsein
Im Traum bewegen wir uns im Unterbewusstsein. An seinem Unterbewusstsein arbeitet man daher am besten im Traum. Aber wie beherrscht man einen Traum?
18. Buddha, Marx und Einstein – Energie, Masse, Markt und Moral
Ein philosophisches Denkabenteuer über die freie Marktwirtschaft, transzendentale Sportwagen und die Äquivalenz von Energie und Masse.
19. Was ist Humor? – Betrachtungen über und unter der Gürtellinie
Humor hat nichts mit Lachen zu tun, sondern mit Lächeln. Zum Lachen wird man gezwungen. Lächeln muss man selber können. Eine Führung durch die vielfältige Waffenkammer des Humoristen.
20. Mentalität und Charakter – Krieg der Verhaltensmuster
Jeder vereint eine Mischung aus angeborenen und anerzogenen Verhaltensmustern in seinem Verhalten, die sich gegenseitig noch verstärken oder aufheben können. Hier wird ein mikroskopischer Blick auf das Individuum verbunden mit einem makroskopischen Blick auf die Kulturen, angereichert durch einen selbstironischen Blick in den helvetischen Spiegel mit einem verständnisvollen Seitenblick auf unsere deutschen Nachbarn.
21. Evolution und Revolution – Wer stürzt die Mehrheit?
Was wir in der Schweiz „Demokratie“ nennen, ist die gewaltlose Unterdrückung wechselnder Minderheiten. Die grösste Gefahr für die Demokratie ist die Mehrheit. Diese besteht je nach Standpunkt aus Pragmatikern oder Opportunisten. So oder so liegt die demokratische Macht in den Händen von Mitläufern. Wohin laufen sie? Ein tiefer Blick in den Spiegel und ein gewagter in die Kristallkugel.
22. Abkürzungen ins Paradies – Schon wieder Weltuntergang?
Politische, religiöse und pseudowissenschaftliche Ideologen bedienen sich seit Jahrtausenden der gleichen Sonderangebote, um Menschen hinters Licht zu führen. Sie versprechen Abkürzungen ins Paradies. Ironischerweise ist der längste Weg der kürzeste.
23. Was ist neu am Neuen Testament? – Die Frohe Botschaft
Monotheismus, Polytheismus, Himmel, Hölle, Erde, verlorenes Paradies, Wiedergeburt und Auferstehung. Wovon handeln die alten Schriften aus Ägypten, Griechenland, Persien und Indien? Eigentlich kulminiert alles im Neuen Testament. Dieses verkündet die verrückteste Nachricht seit dem Urknall.
24. Vater unser im Himmel – Frei wie die Vögel und schön wie die Lilien
Es ist die Meditation der Meditationen, die Essenz des Alten und Neuen Testaments, der Schlüssel zur Weisheit. Eine der lichtvollsten Passagen des Neuen Testaments, und dazu wohl noch die bekannteste, wird in der Kirche einfach nur so gedankenlos dahergeplappert. Dabei wird mit dem Vaterunser in den Evangelien ein semantisches Feuerwerk gezündet. Dieses Gebet ist von geradezu überbordender Fröhlichkeit. Andreas Thiel seziert die zehn Sätze Satz für Satz. Schon der Titel offenbart den revolutionären Charakter des Gebets. Diese zehn Sätze markieren den seit Jahrtausenden herbeigesehnten Wendepunkt im Verhältnis des Menschen zum Schöpfer.
25. (Keine) Angst vor KI – Denn sie weiss nicht, was sie tut
Was ist Intelligenz? Wer diese Frage beantwortet, versteht auch, was künstliche Intelligenz ist. Was den Menschen ausmacht, ist allerdings nicht seine Intelligenz, sondern der Intellekt, seine Urteilskraft. Leider fokussiert unser Bildungssystem auf die Intelligenz statt den Intellekt. Daher rühren sowohl die sinnlose Bewunderung wie auch eine absurde Angst vor der KI.
