Gentleman-Poet und Henker
Der Meister des verbalen Floretts sticht wieder zu. Andreas Thiel ist der meistzensierte Satiriker der Schweiz. Seine Klinge ist scharf, sein Humor schwarz und die Krawatte dreifach gebunden.
In seinem zweiten politischen Programm kreuzt der Dandy die Klingen mit Potentaten wie Mahmud Ahmedinejad, Hassan Nasrallah und Mullah Dadullah. Nachdem er in seinem letzten Programm die Palästina-Politik Israels ins Visier genommen hat, lehrt er jetzt die Achse des Bösen das fürchten.
»... Fragen wir nicht nach den schleierhaften Seiten des Islam. Fragen wir danach, was der Islam uns zu bieten hat. Was beispielsweise bietet der Islam der Frauenbewegung? Ist es ein genereller Mummenschanz? Ist es das? Oder ist es mehr? Was Mohammed gesagt hat, wissen wir. Aber was hat seine Frau dazu gesagt? Was hätte seine Mutter gesagt? Hat sie vom Islam gewusst? Diese Fragen werden immer unter dem Teppich mitfliegen ...«
Bekannt und berüchtigt wurde Andreas Thiel als Gründer und Hausmoderator des »Bösen Montag«, der sechs Jahre lang ausverkauften Open Stage Show im Theater am Hechtplatz Zürich, Mitbegründer und Gastgeber des »Tintensaufens«, des seit fünf Jahren ausverkauften Literarischen Labors in Bern und Taufpate des Zentraleuropäischen Festivals der Komischen Künste in Winterthur. Seine Tourneen führten ihn bisher von Bern über Zürich, Berlin, Hamburg, Wien, Mailand und Rom bis nach Schanghai, Hongkong, Bangkok, Manila, Taipeh, Taitung und Kaohsiung, wo er unterdessen Chinesisch untertitelt auftritt.
Andreas Thiel ist laut der Neuen Zürcher Zeitung »der Lustknabe der Dichtergötter«. Dieselbe Zeitung hat ihn vor Jahren bereits zum »Revisionisten des Literarischen Kabaretts« erklärt und ihm aber auch schon Beifall gezollt für seinen »Mut und die Lust am Scheitern«.
Andreas Thiel macht nichts zweimal aber bisher alles mit Auszeichnung und bewegt sich gemäss der NZZ »in einem Genre, in dem Nachwuchs so verbreitet ist wie der Michelin-Stern über McDonalds«.